Technologie- und Wissenstransfer

Alle Forschungsergebnisse der LHC-Kollaborationen werden der Öffentlichkeit frei zur Verfügung gestellt. Somit erweitert diese von der Neugier angetriebene Forschung stetig den Wissensschatz unserer Gesellschaft. Die Grundlagenforschung in den ErUM-FSPs ist dabei nicht auf finanziellen Gewinn ausgelegt und auch die Erfindung neuer Produkte oder Dienstleistungen steht nicht im Vordergrund. Dennoch schafft diese Form der freien Forschung den Raum für die Entwicklung neuer, anwendungsorientierter Methoden und liefert so den wissenschaftlichen Nährboden für neue Technologien. Viele dieser Erfindungen beeinflussen heute unser alltägliches Leben und kommen somit der Gesellschaft unmittelbar zu Gute.

Insbesondere in folgenden Bereichen hat die Forschung in der Teilchenphysik den Entwicklungsstand maßgeblich vorangetrieben:

  • leistungsstarke Magnete
  • hochsensible Sensorik
  • schnelle Elektronik
  • rechenstarke Computer und Speichermedien
Über 200.000 Computerkerne in 15.000 Servern laufen im CERN Rechenzentrum rund um die Uhr.
Foto © Maximilien Brice, Anna Pantelia | CERN

Virtueller Supercomputer für komplexe Prognosen

Bei den vielen Milliarden Teilchenkollisionen am LHC werden umfangreiche Datenmengen produziert. Dies stellt die Forschenden vor große Herausforderungen bei der Speicherung und Analyse dieser Informationen. Daher haben die Wissenschaftler*innen der ErUM-FSPs in internationaler Zusammenarbeit das sogenannte Grid Computing entwickelt und perfektioniert. Dabei werden mehrere hunderttausend rechenstarke Computer miteinander verbunden, um eine Art virtuellen Supercomputer zu bilden, der besonders komplexe Rechenaufgaben zeiteffektiv lösen kann. Diese Methode wird mittlerweile nicht nur von Teilchenphysiker*innen angewendet: mit Hilfe des Grids werden unter anderem Prognosen über den Klimawandel erstellt, komplexe Krankheitsverläufe vorhergesagt und die Wirksamkeit von neuen Medikamenten simuliert. Darüber hinaus hat sich aus dem Grid Computing das Cloud Computing entwickelt, welches inzwischen in unserem Alltag weit verbreitet ist.

Das World Wide Web wurde 1989 am CERN erfunden.
Foto © Maximilien Brice | CERN

Das WWW

Nur ein Bruchteil der Wissenschaftler*innen, die an den LHC-Experimenten beteiligt sind, ist am CERN vor Ort stationiert. Die meiste Zeit arbeiten sie an Universitäten und Forschungseinrichtungen weltweit. Effektive Kommunikationsmittel sind daher unerlässlich. Um den Informationsaustausch zwischen den Forscher*innen zu erleichtern, entwickelte der Brite Tim Berners-Lee 1989 während seiner Arbeit am CERN das World Wide Web (WWW). In den 90er Jahren wurde die WWW-Software auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seitdem hat das WWW das tägliche Leben fast aller Menschen auf unserem Planeten tiefgreifend verändert und viele weitere technologische Entwicklungen überhaupt erst möglich gemacht.

Industriekooperationen

Die Experimente am Large Hadron Collider sind wahre Innovationstreiber. Die benötigten Beschleunigerkomponenten und Teilchendetektoren sind hoch komplex. Gemeinsam mit Partnerunternehmen aus der Industrie treiben die Institute der ErUM-Forschungsschwerpunkte die Weiterentwicklung des technologisch Machbaren stetig voran.

Sie sind Unternehmer*in oder leiten eine Innovationsabteilung und möchten mit den ErUM-FSPs zusammenarbeiten? Kontaktieren Sie uns und wir vermitteln Sie an potenzielle Kooperationspartner*innen in Ihrer Nähe.

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